Martin Henrich
Escape from Alcatraz
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5. Juni 2011. Seit Beginn meiner Ausdauerleidenschaft habe ich mich für den in diesem Jahr zum 31. Mal stattfindenen „Escape from Alcatraz-Triathlon“ interessiert und es war ein unausgesprochener Traum, einmal an diesem Wettkampf teilzunehmen. Erfolgreiche Athleten wie Greg Welsh, Simon Lessing und Chris McCormack haben diesen Triathlon teils mehrfach gewonnen.

In 2010 hat der Start nicht geklappt, doch für 2011 habe ich erfolgreich an der Verlosung teilgenommen und war einer von 2000 glücklichen Gewinnern. Für eine Kurzdistanz sind € 300 natürlich recht üppig, aber dieser Wettkampf mit seiner perfekten Organisation und malerischen Kulisse ( Golden-­Gate-­Brücke und die berühmte Gefangeneninsel Alcatraz) im Hintergrund wiegt dies auf. Lediglich die Distanzen mit 2,4km Schwimmen, 29km Rad und 13km Laufen weichen ein wenig von der Norm ab, dies hat in den selektiven, anspruchsvollen Streckenprofilen seinen Hintergrund: Das Schwimmen startet von einem Mississippi-­Dapfer direkt neben der Alcatraz-­Insel quer durch die San Francisco Bay an Land am Marina Green Park. Der Startschuß fiel morgens um 7:30 Uhr, da zu diesem Zeipunkt das Brackwasser recht ruhig ist und kaum Wind herrscht.

Dennoch war ich bereits um 4 Uhr in der Wechselzone, gegen 5 Uhr ging es dann mit Shuttlebussen zum Pier 3, der Ablegestelle der San Francisco Belle. An Bord im Inneren des Dampfers tummelten sich so auf 2 Ebenen alle Athleten und fieberten gespannt auf den Start hin. An der Gefangeneninsel angekommen setzte auch gleich die obligatorische „National Anthem“ ein und als es noch 10 Minuten bis zum Start waren, strömten alle Athleten wie Lemminge auf die Steuerbordseite zum Ausstieg hin, wodurch das Boot doch ordentlich Schieflage bekam. Als dann der Startschuß erfolgte ging es in kurzen Abständen über 3 Tore verteilt mit einem 2m Sprung in das mit 13 Grad doch sehr frische Wasser. Das Schwimmen verlief bei mir sehr gut, jedoch wollte es mir nicht wirklich warm werden. Auf mich alleingestellt erreichte ich mit einem leichten Schlenker am Ende den kleinen Sandstrand, zum Glück ohne einen Zwischenfall mit Haien oder Seelöwen im Wasser nach 26:59 Minuten auf dem 49. Gesamtrang.

Das Anlaufen war mit unterkühlten Füßen sonderbar; den ersten Wechsel verbummelte ich kräftig, da ich auf der Suche nach meinem Beutel fast 2 Minuten brauchte. Mit Schuhen ausgestattet erreichte ich nach 1km dann die Wechselzone und sprang auf mein Rad. Die 29km rund um den Presidio-­Bezirk bis hin zum Golden Gate Park sind sehr kupiert und mit schlechtem Asphalt versehen, ein ständiges Auf und Ab verhindert einen Rhythmus und es bestätigt sich, das meine Wahl mit dem Rennrad die richtige war. Zwar verlor ich auf den Geraden leicht an Tempo aber bergauf und –ab hatte ich Vorteile. Daß dieser Kurs keine berauschenden Zeiten liefert, wurde mir dann auch recht schnell klar und nach etwas unter einer Stunde Fahrzeit erreichte ich wieder die Wechselzone, um den finalen Laufpart zu beginnen.

Ich lief die ersten Kilometer recht zügig an, als mir dann bei der ersten Verpflegung auffiel, das ich weder ein Gel dabei hatte noch Ernährung gereicht wird. „Hmmm, 13km sind ja auch nicht allzu wild, daher wird das schon gut gehen.“ Als es dann unter der Golden-­‐Gate-­‐Brücke per Pedes hindurchging, war ich schon 100 Stufen und endlose Serpentinen in den Beinen reicher, ein kleiner Trail führte dann an der Steilküste entlang, gefolgt von weiteren Treppen. Es ging durch ein kleines Waldstück, bergab an den Strand und dort angelangt 2 Kilometer durch den Sand – ein Gefühl des nicht Fortbewegens begleitete mich und zerrte an meinen Kräften. Und dann kam die berüchtigte „Sand-­‐Ladder“, ein steiler Anstieg an der Küste mit 400 Stufen, die der Großteil der Teilnehmer gehend hinaufsteigt. Mir ging es verhältnismäßig gut und ich hatte diesen kleinen Part in etwas über 2 Minuten bewältigt. Auf dem Rückweg kam en nun andere Läufer auf den kleinen Trails entgegen, es wurde eng und hinzu kam, dass nun die Treppen und Serpentinen wieder bergab gelaufen werden musste. Die letzten 4 Kilometer zum Ziel verliefen dann wieder flach und so kam ich nach 56 Minuten für die 13km mit einer Endzeit von 2:26 Stunden als Gesamt 58. glücklich ins Ziel.

Alcatraz bleibt mir als einer der schönsten Wettkämpfe meiner Karriere in Erinnerung und wird nun von meiner Bucket-Liste gestrichen.