Mit dem heutigen Ironman 70.3 geht nun die Triathlon-Saison 2010 zu Ende. Die Pläne sahen anders aus, allerdings machte mir mein Bewegungsapparat Schmerzen und so habe ich nach dem 1. Trainingslager Anfang Februar bis einschließlich Juni keinen Armzug im Wasser und keinen Meter auf dem Rad zurückgelegt und auch nicht die Laufschuhe benutzt. Dieser Zeitraum fiel mir nicht leicht und auch die Diagnosen von Ärzten (inkl. 2x MRT), Orthopäden und Ostheopaten waren frustrierend. So war ich Anfang Juli zur Fussball-WM froh, das ich wenigstens 4km beschwerdefrei Laufen und 2000m schwimmen konnte ohne das mein AUssenband im Knie schmerzte. Aber kaum war das linke Knie schmerzfrei; da fing das rechte Knie an. In Schockstarre schonte ich mich im Juli noch und hab maximal 45min. pro Tag trainiert. Im August wurde es aber schon deutlich besser und ich war froh, 70km beschwerdefrei auf dem Rad zu sitzen und auch mal wieder 9-10km im Wald zu laufen. Jetzt war es wieder an der Zeit Ziele zu definieren und schnell war es Austin 70.3! Dazu in der Vorbereitung noch die ein- oder andere Kurzdistanz und 2 Laufwettbewerbe.
Der längste Lauf in diesem Jahr waren im Februar noch 18km rund um Clermont, Fl. gefolgt von erstmals 15km am letzten Dienstag. Klar stand die Qualität meiner Einheiten in den letzten Wochen im Vordergrund, da ich mich erst wieder langsam an die Umfänge herantaste. So war mir klar, das ich bei den heutigen 21km sehr leiden würde, aber der Reihe nach: 96 Stunden in Texas reichen aus für einen Ironman 70.3? Ja, allerdings war neben Austin noch Houston und Corpus Christi auf der Must-See-Liste, was den Tacho des Autos in dieser Zeit auf über 2000km schraubte.
Im Schwimmen habe ich in den letzten 2 Wochen nochmals 32km absolviert, was mir Sicherheit geben sollte, zusätzlich war heute sogar das Schwimmen im Neppern. Das solch ein kurzfristiges Programm kein monatelanges Training im Wasser ersetzt war mir auch klar - so stieg ich nach knapp unter 28min. aus dem Lake Walter Ellis an 12. Position in der AK liegend. Der erste Wechsel in T1 klapte sehr gut und schon rollte mein SHIV los. Am Anfang hatte ich richtig gute Beine und 54/11 fühlten sich erstaunlich locker an - bis ich bei km3 merkte, das mein Schaltwerk nur 7-fach zu ließ und ich nur bis um 14er Ritzel schalten konnte. Anhalten wollte ich nicht und Bike-Service war auch zu keinem Zeitpunkt zu sehen - mal nicht bei niedrigen Umdrehungen zu drücken ist auch nicht schlecht, allerdings war es auf den Abfahrten nicht leicht Meter gut zu machen. Umso erfreulicher war, das mich auf den 90km mit Rolling Hills niemand überholt hat und ich recht schnell unterwegs war. Anfang der Woche las ich noch eine News von Steve Hed zu meinen Laufrädern, das diese erst ab 40km/h einen aerodynamischen Vorteil haben - also setzte ich mir einen 40er-Schnitt als Ziel:) 3km vor T2 war es plötzlich aus mit meinem Schaltwerk und ich fuhr die letzten Kilometer auf 54/21 und verlor ein wenig Zeit - dennoch war ich rückblickend froh, das mein Schaltwerk so lange gehalten hat. Mit einer Zeit von 2:18h, was einem 39er Schnitt entspricht, war ich zufrieden; heute wäre allerdings noch mehr drin gewesen. Erfolgreich war meine Anpassung der Position auf meinem neuen Rad und auch der Tausch der Radschuhe.
Ein zweiter schneller Wechsel und ich war als 3. der AK auf der Laufstrecke, die komplett in der Sonne (high noon) war und größtenteils eine Crosstrecke war. Die erste Meile war mit 5:30 sehr zügig und ich bremste mich gleich aus, da ich sehr konservativ angehen musste, da mir die Umfänge fehlten. So litt ich Meile für Meile und musste stark mit mir kämpfen und immer wieder aufpassen, das ich nicht eingehe. Hinzu wurde es sehr warm und meine nicht vorhandene Akklimatisierung wurde spürbar. In der 2. Laufrunde verlor ich zunehmend Zeit, und zählte Meter für Meter bis zum Ziel, das ich dann nach 4:24h bzw nach 1:34h für den abschließenden Halbmarathon erreichte. 16. Platz bei allen Amateuren ( 2100 Starter) bzw. 4. Platz in der AK und Quali für die 70.3 Weltmeisterschaft 201 in Las Vegas.
Die kommenden 2 Wochen wird es trainingsreduzierter und im November beginnt die Cross-Saison, auf die ich mich schon freue. In diesem Zeitraum werde ich auch die Planung für 2011 vornehmen - ein grobes Konzept liegt schon vor. Viele Grüße aus den Lone Star State Texas! Martin
